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    Patrick zu Bürokratie über Bürokrati…

Kurz daheim

03.09.09 – 09:00

Liebe Blogbesucher,

ich sitze grade im Zug nach Sarreguemines, damit ich heut abend bei der VHS meinen Italienischkurs geben kann. Eigentlich freue ich mich drauf. Auch, weil ich einen neuen Kurs dazubekomme. Leider ist die Fahrerei zurzeit etwas stressig. Das heißt, von meinem freien Tag bleibt nicht viel übrig.

Zudem habe ich grade wohl keine so tollen Abwehrkräfte. Fühle mich n bisschen krank. Schlecht geschlafen hab ich auch diese Nacht.

Nach einem ordentlich gezuckerten Cappuccino geht’s mir jetzt aber schon wieder n bisschen besser. In Metz hats auch noch geregnet und jetzt siehts am Himmel auch wieder besser aus.

Sobald ich zu Hause bin, schlaf ich erst mal ne Runde. Dann werde ich ein paar Sachen für die Uni erledigen, was essen und dann geht’s los zu meinem Italienischkurs. Viel Zeit habe ich wohl nicht, aber immerhin eine ruhige Nacht und eine saubere Dusche zur Abwechslung. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr mir ein sauberes Bad fehlt.

Gott sei Dank habe ich einen netten Kerl im Wohnheim kennengelernt. Dann fühlt man sich mit seinen Problemen nicht so alleine.

Und gestern musste ich wegen einer Info zur MGEL und hab dort prompt einen Deutschen getroffen. Dann bin ich an die Reihe gekommen und es war keine Zeit mehr, sich zu unterhalten. Aber vielleicht sieht man sich ja mal auf dem Campus wieder, denk ich mir. Der Campus füllt sich zurzeit mit den ganzen Studenten, da nächste Woche das Semester wieder offiziell losgeht.

Und Post habe ich bekommen. Zwei Postkarten!!! J Danke an die jeweiligen Verfasser!!! Hab mich riesig gefreut! Immerhin ist das die Bestätigung, dass meine Karten auch angekommen sind.

Heute gelingt es mir trotz allen positiven Aspekten irgendwie nicht, dem Tag heute was Gutes abzugewinnen. Könnte mich bei dem Regenwetter nur noch ins Bett verkriechen…

Hoffentlich ist es am Wochenende besser. Da sollen nämlich Heißluftballonflüge stattfinden in Metz, das wäre bestimmt toll zum Zugucken.

Veranstaltungstechnisch kriege ich in Metz die besten Sachen mit. Ich glaub im Winter findet da nicht so viel statt.

Mal sehen, ob es nächsten Monat wieder ein paar kostenlose Konzerte gibt, würde mich freuen.

So, muss gleich umsteigen, ich meld mich demnächst mal wieder…

Liebe Grüße von der Sarroise

04.09.09 – 6:50

Da bin ich wieder…diesmal im Zug von Saarbrücken nach Metz. Gestern der Tag war schon ein bisschen stressig. Allerdings macht mir mein VHS-Kurs nach wie vor Spaß. Mein neuer Kurs ist auch klasse. Die sind alle toll motiviert. Insofern war’s auch ein schöner Abend gestern. Leider hab ich entdeckt, dass zurzeit Vollmond ist. Ich habe gewusst, dass ich nicht gut schlafen würde. Und tatsächlich, ca. 2 Stunden Schlaf waren mir heute vergönnt. Zudem ich auch noch ziemliches Bauchweh hatte. Keine Ahnung warum. Stress, nehm ich an. Hab aber auch verdammt wenig gegessen gestern. Und zum Frühstück heute auch noch nix. Das ändere ich aber, wenn ich in Metz ankomme. Was toll ist: Ich habe gesehen, dass die VHS Herbstferien hat im Oktober und ich mir dann zwei Fahrten sparen kann. Das bedeutet weniger Stress und weniger Ausgaben.

Heute habe ich nur relativ knapp meinen Zug erwischt. Hätte der Busfahrer nicht noch halb geschlafen, wäre ich wohl 5 Minuten früher am Bahnhof angekommen.

Wenn ich jetzt in Metz ankomme, fahr ich erstmal ins Wohnheim, zieh mir dann meine Arbeitskleidung an (Jeans und Turnschuhe sind ja nicht erlaubt) und laufe dann wie gewohnt zur Arbeit…mit dem kleinen Unterschied, dass ich heute um 4:30 aufgestanden bin. Nächste Woche wird das wohl auch besser klappen.

Mein Papa hat mir ein kleines Radio mitgegeben, d.h. ich hab in meinem Zimmer jetzt auch französisches Radio und nicht immer nur die Musik vom PC.

Pfirsiche von unserem eigenen Pfirsichbaum habe ich auch dabei, hmm, lecker…

Ist irgendwie komisch, mittlerweile ist mir Metz voll vertraut. Studentenwohnheim ist nach wie vor eklig aber von der Stadt her fühl ich mich ein bisschen wie zu Hause.

Man macht sich eine Stadt irgendwie zu Eigen, wenn man länger dort wohnt. Sie ist nicht mehr so neutral wie bei kurzen Ferienbesuchen. Ich find das toll, weil man sich so überall Plätze schafft, an denen es einem gelingt, sich zu Hause zu fühlen.

Schneller geht es bei mir in der Regel in Italien, aber wie gesagt, auch die Stadt Metz ist wirklich sehr schön.

Wir haben grade neben einer Schafweide angehalten und die Sonne kommt so langsam richtig schön raus. Hoffe, das war’s dann erstmal mit dem Regen in Metz.

Wegen den Heißluftballons meine ich. Will ich doch unbedingt sehen. Und bei Regen und Wind werden die nicht fliegen. Morgen arbeite ich auch noch und am Sonntag habe ich dann endlich mal Zeit für mich. Montag geht’s dann wieder weiter.

Bin todmüde, jetzt bin ich auch müde genug zum Einschlafen…und muss aber arbeiten gehen. So, ich bin dann mal wieder weg.

LG und bis bald

Die Sarroise

Da bin ich wieder…

Halli, hallo….

Letztes Wochenende war hier Mirabellenfest und es war echt prima…Ein Gratiskonzert mit ca. 35 000 Zuschauern und danach ein Feuerwerk zu Vivaldimusik. Ich habe auch schöne Fotos gemacht, muss sie aber erst noch hochladen…

Und nicht zu vergessen: Samstag mittag war bei uns vor der Haustür Spezialitätenmarkt…rund um die Mirabelle aber natürlich auch sonstige leckere Kleinigkeiten. Ich hab mir erst mal den Bauch vollgeschlagen. Das muss man ja ausnutzen.

Im Wohnheim ist es etwas ruhiger geworden. Kann nun ein bisschen besser schlafen. Aber trotzdem will ich hier weg. Die Sanitäranlagen sind nämlich immer noch nicht sauberer geworden. Und die Dusche ist immer noch ziemlich kalt – zumindest in den meisten Fällen. Und die meisten Leute im Wohnheim sind irgendwie komisch…Immerhin: die Hälfte ist schon rum.

Mein Job ist immer noch schön, auch wenn einem manche Kunden aufn Keks gehen, so wie heute zum Beispiel. Ausserdem bin ich heut sowieso mit dem falschen Fuss aufgestanden. Und seit langem haben wir hier mal Regen. Die ganze Zeit Sonne, das wär ja auch zuviel des Guten…neee, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Abkühlung muss ja auch mal sein.

Ich hab übrigens jede Menge Postkarten verschickt, aber es hat sich noch kein Mensch gemeldet. Voll schade…auf manche Postkarten hab ich sogar meine Postadresse in Frankreich draufgeschrieben. Aber ich bin ja nicht nur per Post sondern auch per Mail, Handy oder sonstwie erreichbar. Na, ich hoffe, dass die Karten wenigstens angekommen sind.

So, nun gehts wieder an die Arbeit. Ich bemühe mich, spätestens morgen die Fotos einzustellen… LG, Alice

Salut an alle Besucher meines Blogs

So, ich bin dann wieder mal hier, um euch zu schreiben, bin einfach nicht früher dazu gekommen. Ich erzähl euch dann mal in der Zusammenfassung, was es so Neues gibt. Vor anderthalb Wochen hab ich einen Samstag erlebt, den wünsch ich meinem ärgsten Feind nicht. Ich dachte abends gegen 10, meine Nachbarn übertreibens mal wieder n bisschen mit der Musik… hab das Fenster dann mal aufgemacht und was merk ich? Dass nicht nur meine Nachbarn Musik anhaben sondern anscheinend noch so n Idiot in der Nähe des Plan d’Eau. Und nicht mal wirklich Musik. Krach halt. Ok, ich dachte, ich kann ja noch so ein, zwei Stunden warten, ist ja kein Problem, ist ja noch einigermaßen früh. Nach zwei Stunden immer noch keine Änderung. Ununterbrochen Musik von links und rechts. Am Ende bin ich dann zu meinen Nachbarn, damit wenigstens die etwas leiser sind. Die haben dann auch tatsächlich etwas leiser gemacht. Zudem hat einer der Afrikaner gemeint, er müsste mit mir mitten in der Nacht ne Riesenkonversation anfangen. Am Ende fügte er hinzu, er habe Kind und Frau in Afrika, ich müsste mir keine Sorgen machen. Na toll, ich war dermaßen genervt. Irgendwann gegen drei muss ich es tatsächlich geschafft haben, einzuschlafen. Gegen halb sieben werd ich wieder wach – und was ist? Die Musik, die vom Plan d’Eau herkam, ist immer noch nicht aus. Ich übertreibe wirklich nicht, ich hab auf die Uhr geschaut. Von zehn abends bis morgens sieben musst ich den Krach ertragen. Ich hab noch nie jemandem SO die Polizei an den Hals gewünscht wie in der Nacht. Später hab ich dann erfahren, dass das anscheinend so ein Kräftemessen im Krach machen war. Ansonsten haben sich die Gegebenheiten im Wohnheim kaum geändert. Doch, am Wochenende hab ich endlich mal n paar halbwegs nette und normale Ausländer kennengelernt. Der eine hat mir erzählt, dass er aufgrund der Feuchtigkeit im Bad, beim Duschen immer das Licht auslässt, weil er Angst hat, das könne gefährlich werden mit der Elektrizität. Er hat von einem in seiner Heimat gehört, der anscheinend unter der Dusche gestorben sein soll.

Die Arbeit ist ebenfalls wie gehabt. Macht mir immer noch Spaß wie zuvor. So langsam tauen auch manche meiner Kollegen ein bisschen auf. Eine allerdings ein bisschen zuviel. Die ist zwar nett, aber doch n bisschen anstrengend. Nächste Woche ist Mirabellenfest hier in Metz. DAS Event hier…ich arbeite zwar an den Tagen aber sehenswert ist es bestimmt. Lustigerweise hab ich schon n paar Unileute bei der Arbeit getroffen. Und echt zufällig! Außerdem hab ich den Kontakt von einer italienischen Lehrerin bekommen, die Metz besucht hat. Das heißt, ich kann mich an die wenden, wenns notwendig ist und ich vielleicht mal n Job in Italien suche. Manchmal ergeben sich echt nette Kontakte. Wenn der Kunde dann aber meint, ich sei genauso wundervoll wie die Stadt, find ich das dann doch n bisschen zu viel. Leider benutzen gerade jetzt im Sommer viele Leute kein Deo und man hat echt Mühe, die zu beraten.

Neue Fotos habe ich diesmal leider keine. Ich hab mir noch einmal das Wasserspektakel angeschaut und davon noch etwas bessere Fotos gemacht als beim letzten Mal. Die könnte ich noch hochladen, wenn der Wunsch besteht. Ansonsten habe ich echt überlegt, eine Fotoserie mit den Türen von Metz zu machen. Klingt vielleicht erstmal komisch, aber hier ist eine Tür schöner als die andere. Ganz im Ernst.

Heute ist es hier superheiß. Über 30 Grad…überhaupt erlebe ich einen Sommer mit sehr wenig Regen grade. Einmal hats ordentlich geschüttet und nachts war glaub ich auch ab und an mal Gewitter, aber tagsüber ist es fast durchgehend warm und sonnig. Heute morgen war ich von meinem letzten Geld einkaufen. Hatte nämlich nix mehr im Kühlschrank. Jetzt warte ich nur noch auf mein Stipendium.

Nach dem Mirabellenfest geh ich wahrscheinlich mal mit einer meiner Kolleginnen weg, die ist grade mal 25, da bietet sich das an. Dann komm ich vielleicht auch mal in ne Disko oder ins Kino. Und lerne evtl. mal n paar richtig normale Leute kennen. Aus ihren Erzählungen weiß ich, dass sie während ihres Studiums auch immer so doof von den Afrikanern angemacht wurde. Endlich eine, die das richtig gut nachvollziehen kann.

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße von eurer Sarroise

Nächtliche Nachrichten vom 8.8.09

Hallo an alle,

Es ist grade ca. drei Uhr nachts. Ich bin wachgeworden und kann nimmer einschlafen. Daher schreibe ich nun vorbereitend meinen Blog. Dann brauch ich ihn morgen nur noch hochzuladen. Oder besser heute abend…

Die letzte Woche hatte ich sehr unterschiedliche Erlebnisse. Ich fang mal mit der Arbeit an.

Da kommen wie gesagt die unterschiedlichsten Leute.

Bei einem hatte ich den Eindruck, der wollte mich mit einem seiner Söhne verkuppeln. Da war hier grade Europabasketballmeisterschaft der U18 und seine Söhne haben da mitgespielt. Er wollte unbedingt, dass ich mir so n Spiel angucke. Als ich sagte, dass ich davon nix verstehe und abends auch meistens erst recht spät heimkomme, war er sichtlich enttäuscht. Ich will nicht wissen, für wie alt er mich gehalten hat. Schließlich sind seine Söhne erst 17.

Viele der Kunden sprechen mich auf Englisch oder in einem Französisch, das ihnen Mühe macht, an um am Ende dann festzustellen, dass sie mit mir auch auf Deutsch hätten reden können.

Schade finde ich immer, wenn die Kunden voll gestresst reinkommen und nicht mal in den Ferien abschalten können. Oder Leute, die für ihre Freunde ein ausführliches Programm für eine ganze Ferienwoche erstellen. Denen bleibt am Ende gar keine Zeit mehr all das zu machen.

Mit dem Italiener war ich noch ein paar Mal ausgegangen.

@ Lisa W.: ganz platonisch natürlich, d.h. nicht der Flirt von dem ich dir berichten sollte. Sorry!

Dabei ist mir einmal noch was Schönes passiert. Ich hatte ne Flasche Wein für den Abend gekauft. Auf dem Rückweg ist mir dann eingefallen, dass ich nicht mal einen Flaschenöffner hatte. Ich bin dann in die nächste Bar und hab gefragt, ob die mir vielleicht die Flasche öffnen könnte. Da kramt der junge Mann einen Flaschenöffner hervor, der allerdings noch in seiner Verpackung steckte. Er meinte, ich soll den nehmen. Der sei ja noch ganz neu. Und hat ihn mir einfach so geschenkt….Toll! Dabei hätte er mir die Flasche auch einfach nur öffnen können.

Die Kollegen auf der Arbeit sind weiterhin supernett. Das Klima dort ist echt gut. Nur manche Tage sind richtig anstrengend. Eine Mittagspause von einer Stunde an einem Tag von 9-19 Uhr, kann manchmal richtig wenig sein. Am Ende des Tages kommt’s schon mal vor, dass ich die Sprachen durcheinander werfe und gar nicht mehr reden will. Wenn man so viel redet am Tag ermüdet das.

Dann haben wir die, die regelmäßig zu uns kommen und Infos über alle möglichen Regionen Frankreichs haben wollen. Wir verdächtigen die jedoch, dass sie nie eine der Regionen besucht haben. Ist ja schon etwas seltsam. So oft verreist kaum einer. Dann hatte ich einen Kunden, der aus Neuseeland kommt und mit seinem Fahrrad nun durch komplett Europa tourt. Respekt!!!

Im Wohnheim ist es zurzeit etwas ruhiger geworden. Nur manchmal noch ist es ziemlich laut. Dafür geht nun alle paar Tage ein falscher Feueralarm los, weil irgendwelche Idioten die Nichtraucherregel missachten. Nach 5 Minuten ist der Spaß dann wieder vorbei.

Bilder von Bad und Dusche habe ich extra keine reingestellt und auch keine gemacht, da ihr euch sonst verpflichtet fühlen könntet, mir ein Jahresabo fürs Schwimmbad zu schenken, da es dort sauberer ist.

Dann war ich diese Woche noch in der Mediathek und habe einen Nachmittag dort verbracht. Endlich mal wieder Internet (auch wenn leider kaum einer von euch online war) und Bücher. Habe mir außerdem zwei Filme ausgeliehen, damit ich hier n bisschen Unterhaltung hab. Leider bietet die Videothek dort hauptsächlich ältere Filme, die mich nicht so sehr interessieren. Dann hab ich mir noch ein deutsches Buch ausgeliehen (zur Erholung) und ein dickes französisches, das mir für die Examensarbeit was bringen könnte. Das ist leider ein Kapitel, das noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Die Examensarbeit meine ich. Wenn ich abends heimkomme, dauert es ewig, bis ich mir mal was gekocht habe. Die Kochplatten sind sehr langsam hier. Dann ist es meist ca. acht oder halb neun. Und dann ist der Tag gegessen. Und an meinen freien Tagen hab ich dann nicht immer den Nerv zum Examensarbeit schreiben. Und wenn man auf der Arbeit die ganzen Angebote der Stadt mitkriegt, will man davon ja auch mal selbst was sehen.

Gesehen hab ich zum Beispiel ein Wasserspektakel. Das machen die hier jedes Wochenende im Sommer. Die Fotos davon stelle ich natürlich hier rein.

Bald ist auch das Mirabellenfest. Da wird dann auch eine Mirabellenkönigin gewählt (an dem Tag werde ich aber in Dtld. sein). Die Tickets dafür sind kostenlos und gehen auf der Arbeit weg wie warme Semmeln. In 4 Tagen haben wir 1000 Tickets verteilt.

Auf jeden Fall bietet die Stadt wirklich einiges und ich mache fleißig Fotos. Letztens habe ich auch einen Stadtrundgang abends gemacht. Da sind wohl auch ein paar prima Bilder dabei rausgekommen.

Kennenlernen tu ich hier leider wenig Leute in meinem Alter. Das ändert sich vielleicht ab September. Dann wollte ich in eine Capoeira-Gruppe hier gehen. Wenn sie nicht zu teuer ist.

Das ist nämlich auch noch so ein Problem. Ich habe mich für ein Stipendium beworben, auf das ich dringend angewiesen bin hier. Leider haben die sich noch gar nicht gemeldet. Anscheinend ist da jemand krank geworden und jetzt ist alles liegengeblieben. Offensichtlich hängt die Bearbeitung nur von dieser einen Person ab. Ist ja auch mal krass…

So, jetzt versuch ich, den Rest der Nacht noch zu nutzen und noch etwas zu schlafen. Morgen kommen meine Eltern vorbei (oder besser: heute) und bringen mir noch Sagrotan mit. Prima, so kann ich die Toilette wenigstens desinfizieren. Ich lebe zwar noch, aber besonders wohl ist mir nie dabei. Außerdem kann ich meinen Eltern dann mal die Stadt zeigen, die ich nun schon viel besser kenne als zu Anfang meines Praktikums. So, gute Nacht und bis zum nächsten Mal.

Eure Sarroise

So, endlich mal wieder Neuigkeiten…

Halli, hallo, da bin ich mal wieder. Ich kann euch dieses Mal leider nur eine Zusammenfassung dessen geben, was ich zurzeit so mache, weil ich nicht jeden Tag Notizen gemacht habe. Letzte Woche ist nicht sehr viel Neues passiert. Ich krieg ständig irgendwelche Anmachsprüche von den Afrikanern gesagt. Letzte Woche habe ich mir sogar einen Freund erfunden. Das juckt die überhaupt nicht. Der eine wollte Samstag sogar mit mir was trinken gehen. Unbedingt. Mir ist dieses Verhalten jedoch viel zu invasiv und offensiv. Ich bin dann zur Arbeit und hab die Leute in allen möglichen Sprachen beraten. Auch in Italienisch. Endlich mal wieder Italienisch sprechen können. Ein junger Italiener in meinem Alter. Ich sage das nicht, weil er mich interessiert hätte, sondern weil ich nachher noch ne lustige Geschichte mit dem erlebt habe. An dem Abend bin ich extra langsam nach Hause gegangen, weil ich keine Lust hatte, mit dem Afrikaner wegzugehen. Die begrüssen einen und denken dann, man sei ihr bester Freund. Ich meine das nicht rassistisch, es ist mir nur einfach unangenehm, wie schnell die sehr privat werden. Auf dem Campus angelangt (natürlich auch später als normal), kommt mir auf einmal der Italiener entgegen. Ich hab gedacht, ich fass es nicht! Ich mein, auf dem Campus ist normal nix los und ein Tourist verirrt sich eigentlich nicht dorthin. Aber er hatte sich tatsächlich dorthin verirrt. Als ich berichtet habe, dass ich abends weggehen sollte, meinte er, wir könnten ja auch weggehen. Dann würde ich der mir unangenehmen Situation entgehen und er hätte jemanden, der seine Sprache versteht. Wunderbar, Zweckgemeinschaft und einen unterhaltsamen Abend verbringen, perfekt. Auf dem Rückweg dann hab ich auf dem Campus eine dicke, fette Ratte gesehen. Igitt!!!

Zu meiner Arbeitsstelle: die Kollegen da sind alle sehr nett und die Arbeit macht Spaß. Der Alltag ist abwechslungsreich und man trainiert seine Menschenkenntnis durch die vielen verschiedenen Kunden.

Die Stadt selbst gefällt mir immer besser, da ich sie auch immer besser kennenlerne. Vor allem die Kathedrale ist echt beeindruckend. Es gibt ja so Kathedralen, die von vorne beeindruckend sind, die von Metz beeindruckt vor allem von der Seite. Und wenn sie abends beleuchtet ist, ist sie noch toller. Auch der Temple Neuf ist abends toll. Außerdem kann man in Metz gut weggehen.

Falls ihr in Metz mal studiert, besorgt euch beim Office de Tourisme den Graouilly. Das ist ein Studentenführer, der alle zwei Jahre erscheint und echt praktisch ist, da er euch die guten und günstigen Adressen in Metz zeigt.

Und dann ist mir noch was Lustiges passiert. Ich war diese Woche mal im Waschsalon. Das Krasse war, dass es dort fast haargenau so aussieht, wie in der Wäscherei in Bari. Ich hab mich fast schon „zu Hause“ gefühlt. Als mich der Besitzer was gefragt hat, habe ich doch glatt auf italienisch geantwortet. Mit den Sprachen ist das sowieso so ne Sache. Ich berate die Leute in Deutsch, Französisch, Italienisch und manchmal sogar in Englisch. Da fragen die Leute dann, ob man Englisch kann und man antwortet dann „ein bisschen“ (weil Stadtplan erklären auf Englisch geht mittlerweile) und dann wollen sie plötzlich ganz viele Infos wissen. Immerhin ist die Reaktion meistens was zwischen „great“, „lovely“ und „delicious“. Das heißt, man kann sich fast schon was drauf einbilden. Aber der schnelle Wechsel ist manchmal echt schwer. Und ich hab schon ein paar erfolgreiche Hotelreservierungen per Telefon hinter mir, worauf ich sehr stolz bin, weil Französisch reden am Telefon echt nicht immer einfach ist.

Gestern war meine Mama kurz zu Besuch und hat mir ein paar Kleinigkeiten vorbeigebracht, die mir das Leben echt erleichtern. Einen kleinen Handfeger zum Beispiel. Oder meine Hausschlappen, die ich vergessen hatte. Demnächst werde ich mir dann noch Sagrotan besorgen, weil ich die Toilette echt nicht so toll finde.

So, das wars mal wieder. (Ich hab zurzeit noch Probleme, die Fotos anständig hochzuladen, bemühe mich aber drum.)

LG, eure Sarroise

 

Seit 6 Tagen in Metz

 

Es sind nun schon 6 Tage vergangen und ich habe immer noch nix Neues in meinem Blog, ich weiß. Das liegt daran, dass ich immer nur sporadisch ins Internet kann. Im Wohnheim hab ich gar kein Internet und daher bin ich nun dabei, Stellen in der Nähe ausfindig zu machen, die Wireless – Internet anbieten.

Damit ich nicht alles vergesse, was ich so erlebe, schreibe ich nun meine Blog-Einträge in Word vor und kann sie dann ganz flott hochladen, wie ich hoffe.

Nun aber der Reihe nach:

 

TAG 1 in Metz (18.07.09)

 

Um ca. 11 Uhr morgens komme ich mit meinen Eltern auf dem Campus Saulcy an. Beim Empfang schiebt mir die Frau dort ein Blatt entgegen, das ich ausfüllen soll. Dieses Blatt kenne ich ziemlich gut, da ich es schon einmal ausgefüllt und zusammen mit ganz vielen anderen Dokumenten abgegeben habe. Auf meine Frage hin, wo denn der Rest sei, meint die Frau, sie würde nur dieses eine Blatt finden. Na prima! Dabei hatte ich vorher noch den Eindruck gehabt, ich sei eine Art Sonderfall, da ich ein Praktikum mache in Metz und nicht studiere und vor allem, weil ich mitten in den Semesterferien ankomme. Naja, ich habe den Wisch also ausgefüllt. Weiterhin kam noch ein Blatt dazu, das mein Papa unterschreiben musste. Das Krasse daran ist, dass da eine Art Schwur auf französisch drauf steht, den mein Papa abschreiben soll und dann unterschreiben muss. Und zwar in zweifacher Ausführung. Da mein Papa kein Französisch kann, ist es mir erlaubt, den Schwur abzuschreiben. Als ich am Ende ankomme, hat die Dame am Empfang anscheinend mitbekommen, dass ich das ein bisschen lächerlich finde und kopiert mir die Seite, damit ich den elend langen Text nicht noch mal abschreiben muss. Immerhin. Da meine Unterlagen noch nicht aufgetaucht sind, habe ich dann nur die Kaution bezahlen müssen. Für die Miete sehe man dann Dienstagmorgen weiter. Dann will sie mir jemanden vorbeischicken, genauer gesagt eine Putzfrau (oder Reinigungskraft für die ganz Peniblen), die mit mir den Etat des lieux macht. Das ist eine Art Bestandsaufnahme der Mängel im Zimmer, damit mir die nachher nicht angelastet werden können. Da erst montags jemand vorbeikommen kann, mache ich einen Termin um 8 Uhr ab (da um 10 Uhr mein Praktikum beginnt). Daraufhin habe ich den Schlüssel zusammen mit einer Magnetstreifenkarte erhalten, um ins Wohnheim selbst zu gelangen. Mit meinen Eltern dort angekommen, haben wir festgestellt, dass wir nicht ins Gebäude reinkommen. Ich bin dann also wieder zu der Frau am Empfang gerannt, die meinte, laut PC müsse das aber funktionieren. Ich also wieder zurück. Wieder nix. Wieder zu der Frau. Die macht mir ne neue Magnetstreifenkarte und meinte, sie hofft, mich nicht wiederzusehen. Was für ein schöner Willkommensgruß!!!

 

Allerdings sind wir dann auch ins Gebäude reingekommen. Das Zimmer scheint auf den ersten Blick ok zu sein. Duschen und Toiletten hingegen sind relativ unhygienisch. Bei den Duschen ist nur die Duschtasse annehmbar, an der Wand n bisschen Schimmel und der Putz löst sich wegen der Feuchtigkeit von der Decke. Also Augen zu und durch, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie ihr seht, hab ich schon mehrmals da geduscht und ich lebe immer noch nach 5 Tagen. Nun schnell die Sachen ins Zimmer geräumt und ab in die Stadt. Wir sind alle relativ ausgehungert. Essen und dann der Abschied von meinen Eltern. Fühle mich auf einmal voll mies. Will nicht alleine ins Wohnheim zurück und überhaupt alles voll doof. Abschiede sind immer doof. Naja, irgendwann muss das ja sein. Nach dem Abschied muss ich noch ein paar Sachen einkaufen, Müllbeutel zum Beispiel. Danach irre ich mehr oder weniger noch n bisschen durch die Stadt, weil ich noch völlig neben mir bin. „Zu Hause“ angekommen, räume ich erstmal mein Zimmer ein. Ich mache sauber, räume um, beziehe mein Bett mit meinen Bettsachen (Gott sei dank habe ich die mitgenommen, wer weiß ob das Zeug von hier auch wirklich sauber ist), putze die Heizung (völlig verstaubt, kann man ja nix drüber hängen sonst) usw. Das nimmt schon einige Stunden in Anspruch. Danach fühle ich mich aber schon wesentlich besser als zuvor.

Ab geht’s in ein Internetcafé, das ich auf dem Weg von der Stadt zum Campus entdeckt habe. Dort ist es zwar ganz nett, weil’s schöne alte Holztische gibt und guten Espresso, aber es zieht wahnsinnig zur Tür rein. Daher habe ich auch nur die nötigsten Sachen gemacht. Am Abend bin ich dann völlig erledigt ins Bett gefallen.

 

TAG 2 (19.07.09)

 

Es ist Sonntag, daher mache ich auch nicht viel. Ausschlafen, duschen, mich ein bisschen sortieren. Nach der Küche gucken. Ich treffe einen Afrikaner auf dem Gang und frage ihn danach. Er erklärt, dass zwei der 4 Küchen zu sind während der Ferien und dass ich ein oder zwei Stockwerke höher gehen muss. Danach ein erstes Sightseeing. Mache Fotos und genieße die Ruhe in der Stadt. Das Wetter ist toll, warm und etwas windig, aber sehr angenehm. Ansonsten mache ich nicht mehr allzu viel an diesem Tag. Musik hören, Filme gucken (danke, Stephan!). Abends auf dem Weg zur Toilette, kommt mir in dem schlecht beleuchteten Gang ein Afrikaner entgegen, der eigentlich grade am Telefonieren ist. Er meint aber im Vorbeigehen: „Tu es jolie“. Irgendwie fand ich das da abends n bisschen gruselig und konnte das nicht wirklich als Kompliment auffassen. Zumal ich ja schon im Pyjama war (an meine Capoeira-Kollegin: ist das schon brisant genug als Information?).

 

TAG 3 (20.07.09)

 

Ich stehe früh auf, weil ja die Putzfrau vorbeikommen soll. Um ca. halb neun (zur Erinnerung, der Termin war um 8 Uhr) mache ich mir Frühstück, weil ich nicht länger auf die warten will. Und das ist auch gut so, sie kommt nämlich nicht (mehr). Um halb zehn geht’s dann auf zum Praktikum. Wieder tolles Wetter und so genieße ich den Weg zum Office de Tourisme. Als allererstes stellt mir Sophie, meine Chefin, die ganze Belegschaft vor und ich kann mir natürlich kaum einen Namen richtig merken. Bei ca. 20 Namen in einer halben Stunde ist das auch schwierig. Dann kriege ich das Manuel de Qualité in die Hand gedrückt. Das ist ein ziemlich dicker Ordner, in dem alle Reglementierungen drinstehen. Werden die alle beachtet, ist die 4-Sterne-Qualität gegeben. Das heißt, Tourismus-Büros in Frankreich haben Sterne wie Hotels. Bei 4 Sternen wie wir sie haben, müssen wir zum Beispiel auch Möglichkeiten für Behinderte anbieten. Nicht nur für Rolli-Fahrer, sondern auch für Blinde. Wir haben ein Heft in Braille-Schrift, das sich Blinde durchlesen können. Auch Leute die schlecht hören, können zu uns kommen. Manche meiner Kollegen sind dazu zum Beispiel sogar extra ausgebildet. Wir haben Material von allen 3-4 Sterne Tourismusbüros in Frankreich und informieren auch über angrenzende Länder wie Luxemburg, Deutschland und Belgien. Bis ich einen Teil vom Ordner durchgelesen habe, ist es schon Mittagspause. Gott sei Dank. Mein Kopf raucht und ich brauch ne Pause. Trotz Essen und genügend Trinken bekomme ich ziemliches Kopfweh. Am Nachmittag nehme ich an einer Stadtführung teil, damit ich später auch weiß, von was ich rede, wenn ich meine Kunden bediene. Das kommt mir sehr gelegen. Mein Kopfweh wird dadurch zwar nicht besser, aber ich habe mal ein bisschen Bewegung und lerne was Praktisches. In der einen Gruppe sind sogar Deutsche. Da kann ich mich sogar sprachlich mal ein bisschen erholen. Den ganzen Tag Französisch reden ist nämlich anstrengend. Bei der Führung entdecke ich tolle Ecken, die ich bisher noch gar nicht kannte. Als ich zurückkomme, ist es schon viertel vor sechs, d.h. eine Viertelstunde wird noch gearbeitet. Zurück in meinem Zimmer, esse ich noch was Kleines und falle wie tot ins Bett und schlafe fast durch bis morgens.

 

TAG 4 (21.07.09)

 

An diesem Morgen stehe ich wieder früh auf, um zu der netten Dame vom Empfang zu gehen, die meine Unterlagen verloren hatte. Als ich dort ankomme, erklärt sie, sie habe sie zusammen mit der Kollegin wiedergefunden. Irgendwie sind die da nicht wirklich organisiert. Auf die Frage nach der Putzfrau hin, meint sie nur, ja, ich hab ihr einen Zettel hingelegt, den sie eben nicht mitgenommen hat. Ich soll doch morgens einfach eine Putzfrau suchen aufm Gang und die dann anhalten.

Naja, auf dem Weg zur Arbeit treffe ich einen Jungen aus dem Wohnheim. Als er hört, wie das mit der Putzfrau bisher gelaufen ist, meint er, er versucht, jetzt noch jemanden zu erwischen und Bescheid zu sagen. Auf der Arbeit angekommen, mache ich mich als erstes auf zu meinem geliebten Ordner, der durchgearbeitet werden will. Direkt nach der Mittagspause (diesmal entspannt und ohne Kopfweh), mache ich wieder eine Führung mit. Dieses Mal mit dem Petit Train, einem Bimmelbähnchen. Hier bekommen wir Kopfhörer und können alle möglichen Sprachen einstellen. Ich wechsele zwischen Französisch, Italienisch und Deutsch hin und her, damit ich später alles in den Sprachen erklären kann. Am Ende will ich mich noch mal bei dem Fahrer bedanken und verabschiede mich doch fast auf Deutsch, weil ich das kurz zuvor noch gehört hatte. 2 Sekunden früher und ich hätte den auf Deutsch angequatscht, als sei es die natürlichste Sache der Welt. Danach lerne ich A. kennen, eine supernette Kollegin, die mir alles mit einer Engelsgeduld erklärt. Am Ende des Tages bin ich zwar müde, aber es geht mir viel besser als am ersten Tag. A. erklärt mir dann auch noch, wie ich am besten zu einem LIDL komme (bisher war ich immer nur in einem Einkaufszentrum, weil das das Nächste war). Auf einmal meint sie dann, sie könne mich ja auch mal zum Einkaufen mitnehmen. Und schwuppdiwupp habe ich für Donnerstag (meinen freien Tag in dieser Woche) einen Termin. Toll! Da kann ich dann auch mal ein paar schwerere Sachen kaufen. Nach der Arbeit habe ich mir noch eine Hose gekauft, weil ich gesehen hab, dass ich eigentlich keine Jeans anziehen darf auf der Arbeit. Dank Schlussverkauf hat die auch nicht mehr viel gekostet.

An dem Abend hab ich nur noch mal einen Film geschaut (wiederum ein Dankeschön an S.), auch um dem einen Afrikaner zu entgehen (der mit der Küche), der meint, wir seien jetzt voll die dicken Freunde und wir könnten unsere komplette Freizeit miteinander verbringen. Ist mir aber ein bisschen unangenehm, weil ich den ja kaum kenne. Das merkt der aber nicht.

Danach schlafen und ins Bett.

 

TAG 5 (22.07.09)

 

Morgens krieg ich das endlich mit dem Etat des lieux geregelt und finde eine Putzfrau (nachdem mir einer der Afrikaner geholfen hat, die Liste schon mal provisorisch auszufüllen). Allerdings bleibt keine Zeit mehr für Frühstück. Auf dem Weg zur Arbeit, kaufe ich mir also schnell ein Croissant. Unterwegs laufe ich einem halben Kindergarten über den Weg, das ist toll und macht gute Laune. Die Arbeit findet heute für mich fast ausschließlich am Empfang statt. Ich berate einen Kunden nach dem nächsten und es klappt auch schon einigermaßen. Leider brauche ich noch etwas lange, um manche Prospekte rauszusuchen. Bei Städten irgendwo in Frankreich muss ich erstmal schauen, dass ich herausfinde, welches Département das ist. Das nervt mich. Ich wäre da gerne etwas schneller. Das wird aber auch noch. Ansonsten bin ich echt stolz drauf, schon zweimal Kunden auf Englisch beraten zu haben. Ich mache ja kein Englisch mehr seit ca. 5 Jahren. Zumindest nicht aktiv. Dann gehe ich mit einer anderen Praktikantin Prospekte an Restaurants verteilen. Die Arbeit wird ab 17:00 ruhiger. Kaum mehr jemand da. Das heißt, ich fülle Prospekte auf und trage sie aus dem Keller hoch und erledige andere kleine Arbeiten. Und endlich habe ich mal Gelegenheit mit den Kollegen etwas mehr ins Gespräch zu kommen. Ansonsten kriegt man ja nicht mit, wie wer „drauf“ ist. Am Ende des Tages bringe ich auf dem Rückweg Richtung Campus bei einem anderen Restaurant noch Prospekte vorbei. Liegt ja auf dem Weg. Die sind da alle sehr nett.

Dann habe ich noch einen kleinen Unfall. Als ich die Tür zum Wohnheim aufmache, haue ich sie mir gegen meinen Fuß und schwupps ist ein Stück Fußnagel abgebrochen. Und blutet. Und ich hab natürlich alles Mögliche da, nur kein Pflaster oder eine Heilsalbe. Also säubere ich die Stelle so gut es geht und ziehe einen Strumpf über, damit kein Dreck reinkommt.

Eine halbe Stunde später, kommt der Junge aus dem Wohnheim bei mir vorbei (der, der mir mit der Putzfrau geholfen hat) und versucht vergeblich, Internet in meinem Zimmer gangbar zu machen. Später gehe ich ins Subways, weil es dort kostenlos Internet geben soll. Und tatsächlich, es funktioniert. Endlich fühle ich mich mal nicht mehr so von der Welt abgeschnitten. Und bin im Internet bis fast zum Ende der Öffnungszeiten. Als ich rausgehe, gewittert es heftig und ich habe weder Schirm noch Jacke dabei. Und bei Blitz durch die Gegend laufen ist auch nicht so toll. Da es spät ist, gehe ich auch gleich ins Bett.

 

TAG 6 (gestern, 23.07.09)

 

Bin gegen neun Uhr aufgestanden. Eigentlich viel zu früh, wenn man bedenkt, dass heut Nacht um halb vier die Afrikaner ziemlich laut diskutiert haben.

Dann habe ich gefrühstückt und bis jetzt an meinem Blog geschrieben. Jetzt gleich gehe ich in die Unibibliothek und gucke, ob ich vielleicht mal die Sachen ins Internet stellen kann. Danach (oder auch davor, mal sehen) gehe ich in eine Apotheke, um mir meinen Fuß halbwegs versorgen zu lassen. Um kurz nach eins werde ich dann einkaufen gehen. Achso, was ich vergessen habe: Ich habe zurzeit eine französische Handynummer und mittlerweile natürlich auch eine Adresse. Bitte mir eine E-Mail schreiben, falls ihr die wissen wollt. Die Sachen müssen ja nicht so im Internet herumstehen. Falls ihr meine E-Mail-Adresse nicht wisst, könnt ihr mir gerne einen Kommentar im Blog hinterlassen, das geht zum Autorisieren auch erstmal an meine E-Mail-Adresse. So, ich hoffe, ich komme nun etwas öfter zum Schreiben. LG, eure Sarroise à Metz.

Der x-te Besuch in Metz – und immer noch zur Vorbereitung!!!

Guten Abend! Heute erzähle ich euch von meinem Besuch in Metz am 2.Juli.

Ich hatte zunächst einmal eine sehr schöne Zugfahrt morgens um halb neun. Der Zug fährt insgesamt nur eine Stunde und man steigt nur einmal in Forbach um. Die französischen Züge waren bei mir bisher immer superpünktlich, modern, gut ausgestattet, meistens sogar mit Klimaanlage, was an diesem Tag bitter nötig war. Ich hatte meinen Laptop mitgenommen, da man mir an der Uni die notwendigen Dateien für Wireless-Internet draufspielen konnte. Dazu komme ich aber später noch.

In Metz angekommen bin ich als erstes zu einer Versicherung gelatscht. Wenn man nämlich in einem französischen Wohnheim ein Zimmer will, muss man das bei einer französischen Versicherung gegen Wasserschäden, Brand und Ähnliches versichern. Es gibt da extra Versicherungen, die sich auf Studenten spezialisiert haben. So auch die MGEL. Ich bin dann da die Tür rein und wollte auf einen der circa acht Mitarbeiter zulaufen. Die saßen alle so unterbeschäftigt hinter ihren PCs. Außer mir kein Kunde. Da meint die eine zu mir, ich solle doch bitte vorher ein Märkchen mit ner Nummer drauf ziehen. Wie beim Bäcker, so eins. (Warum muss man ein Märkchen ziehen, wenn kein Mensch was zu tun hat hier???) An diesem Apparat für die Märkchen, den ich zuvor schlichtweg übersehen habe, seh ich erst mal mehrere Knöpfe, für jedes Anliegen einen anderen Knopf. Da muss man erstmal dahintersteigen, bei den ganzen Abkürzungen, die die Franzosen echt lieben (das ist kein Klischee!). Während ich noch so lese und suche, fragt die eine Frau schon, ob ich denn die Nummer 85 hätte. Da wird einem nicht mal Zeit gelassen, halbwegs in Ruhe den Kram zu lesen. Ich habe dann das richtige Märkchen für mich gefunden und bin circa 2 Sekunden später aufgerufen worden. Naja, normal, wenn sonst kein Kunde da ist. Das Versicherung abschließen war dann nicht mehr schwer. Habe sogar noch ne Diebstahlversicherung dazugenommen. Man weiß ja nie. Dann sagte mir die nette Dame, ich bekäme mit meinem Versicherungskärtchen in manchen Geschäften Vergünstigungen und drückt mir eine recht dicke Broschüre mit Adressen in die Hand. Eigentlich habe ich mich da schon gefreut. Später habe ich dann gesehen, dass die Geschäfte und Firmen da drin aus der Großregion Elsass-Lothringen stammen und dass nur ein winziger Teil in Metz ist. Sprich: ich müsste erst mal reisen, um was günstiger zu bekommen. Naja, das wird sich erst später rausstellen, was ich davon gebrauchen kann.

Nächste Anlaufstelle: das Wohnheim! Übrigens haben die da echt interessante Methoden: Wenn ich nicht alle drei Monate inklusive Kaution auf einmal bezahle (was völlig utopisch ist, wer macht sowas???), brauche ich einen Bürgen, der dafür sorgt, dass die Miete bezahlt wird, sollte ich in Zahlungsschwierigkeiten kommen. Ok, bis hierhin ist das ja noch einigermaßen nachvollziehbar. Aber dann brauchen die die absurdesten Dokumente von meinem Papa: eine möglichst aktuelle Wasser-,Strom-,Gas- oder Telefonrechnung. Die letzten drei Gehaltszettel. Einen leeren Umschlag (ausdrücklich nicht frankiert, das soll mal einer verstehen!!!). Einen Bankverbindungsnachweis meines Papas. Bei der Postbank müsste man sowas schriftlich bei der Zentrale in Hamburg anfordern und von Montag bis Donnerstag ist das im Prinzip nicht machbar. Im Endeffekt ist es eine Kopie eines beliebigen Kontoauszugs geworden, auf der IBAN und BIC vermerkt sind. Das haben die im Wohnheim auch alles zufrieden akzeptiert. Wozu die den Kram brauchen, wenn sie kaum Deutsch verstehen (die Frau hat mich gefragt, was von den Unterlagen die Wasserrechnung sei), weiß ich beim besten Willen nicht. Dann meinte die Dame plötzlich, warum da kein dritter gelber Zettel dabei wäre. Na, das weiß ich doch nicht, vielleicht weil mir einfach keiner mitgeschickt wurde!!! Na, das bräuchte ich aber noch und mein Papa müsste mir das auch unterschreiben. Und da sei auf dem anderen Blatt auch noch der Schwur, den mein Papa abschreiben und unterschreiben müsse. Davon, was man mit dem Blatt machen sollte, steht nirgendwo was. Die ging sogar so weit, mich mit meinen Unterlagen (die ich in aller Eile von Montag bis Donnerstag zusammengesucht hatte) wieder heimzuschicken. Ich hab ihr dann gesagt, ich würde sowieso mit meinem Papa hierher fahren, am Tag meiner Anreise. Und prompt hat sie den Kram behalten. Gut!!! Ich hab sogar eine vorläufige Zimmernummer bekommen, die 5122, 1.Etage.

Nächster Schritt: Unibibliothek (langsam ist es heiß geworden und mein Laptop schwer). Dank eines Vertrages zwischen Saarbrücken und Metz darf ich dort in der Unibib sogar kostenlos ausleihen. Wenn auch nur kümmerliche 10 Dokumente für 4 Wochen. Auf die Frage nach dem Internet, bekomme ich zur Antwort, das würde ich nicht bekommen, da ich nicht an der Uni Metz eingeschrieben sei. Na prima! Und deswegen schleppe ich meinen Laptop den ganzen Tag durch die Gegend (hab zu allem Übel auch noch meinen Tragegurt vergessen!). Außerdem hatte ich vor, meine Examensarbeit in Frankreich zu schreiben. Ohne Internet undenkbar. Recherchen, ein Wort nachschauen, Material im Internet finden etc. Das braucht schon seine Zeit. Auf diese Bemerkung hin, meinten die, ich könnte ja die Bibliotheksrechner benutzen. Die Öffnungszeiten der Bib fallen leider genau in die normale Arbeitszeit meines Praktikums. Und im August macht die Unibibliothek für zwei Wochen ganz zu. Vielleicht findet sich ja irgendwie eine Lösung. Das sehe ich dann vor Ort.

Auf der Suche nach nem Schwimmbad (man will sich ja vorher schonmal erkundigen, wie man zu Freizeit kommt) bin ich dann durch die Stadt. Immer mit Stadtplan in der Hand. Und trotzdem hab ich mich verlaufen.  Das Schwimmbad hab ich nicht mehr gefunden, dafür aber die Mediathek, die ich auch gesucht habe. Laut Internet können Studenten dort alle Medien kostenlos nutzen. Ich habe dort meinen Studentenausweis vorgelegt, in der Hoffnung, der sprachliche Sprung von Universität zu université ist nicht allzu groß für die … und wieder höre ich: da müssten Sie aber an der Uni Metz eingeschrieben sein. Aber ich könne auch kostenlos ausleihen, wenn ich nachweisen täte, in Metz zu wohnen. Seltsames Alternativangebot, aber mir solls recht sein. Sobald ich mein Zimmer habe, lass ich mir vom Wohnheim einen Wisch ausstellen und tiger dort hin.

Der Rest des Tages verlief relativ ruhig, hab ne Pizza gegessen (frisch gebacken, lecker!) und dort mit nem Frankoitaliener ein schönes Sprachkauderwelsch produziert. Dann hab ich mir die ganzen Broschüren angeschaut, die ich zwischendrin aufgegabelt habe. Ein bisschen shoppen oder zumindest Geschäfte gucken und mit dem Bus wieder zurück zum Bahnhof (wo ich ziemlich knapp eineinhalb Minuten vor Abfahrt des Zuges angekommen bin) und nach Hause.

Ein ziemlich anstrengender Tag, weil ich fast nur zu Fuß gelaufen bin und ständig den schweren Laptop in der Hand hatte. Noch am Tag danach taten mir die Hände weh davon. Und die Füße auch. Aber bin auch recht zufrieden nach Hause gefahren, weil mein Zimmer ja gerettet war und ich auch sonst einiges erledigen konnte.

So, in den nächsten Tagen melde ich mich nochmal. LG

Schock Nr.2 … und doch nicht !

Hallo, da bin ich wieder … endlich, werden viele von euch sagen. Es tut mir leid, dass ich nicht früher schreiben konnte. Es folgen nun die neusten Neuigkeiten!

Am 29.06. dachte ich, ich könnte mal langsam die Unterlagen ausfüllen und habe sie daher zur Uni mitgenommen. An diesem Montagmorgen um 8 Uhr entdecke ich auf einem meiner zig Blätter den winzig kleinen handschriftlichen Vermerk, die Unterlagen seien bis zum 20.06. zurückzuschicken. PANIK!!! Ich dachte, mein Zimmer ist jetzt weg.

Fluchtartig habe ich nach meinem Kurs den Bus nach Hause genommen und dort sofort im Wohnheim angerufen. E-Mail dauert in so Fällen ja viel zu lange. Und was ist??? Mittagspause in Frankreich!!! Hätte ich mir ja denken können. Essen wird sichtlich groß geschrieben. Gegen halb zwei sollte ich mich nochmal melden. Na prima!! Dabei hab ich doch auf heißen Kohlen gesessen!! In der Zwischenzeit wollte ich mir eine schöne Entschuldigung zurechtlegen, um dann festzustellen, dass ich eigentlich keine habe. Klar, das Datum war sehr klein geschrieben und auch von Hand, also kaum auffallend…aber es stand definitiv da auf meinem Blatt. Um zwei Uhr habe ich dann endlich jemanden erreicht (dass die Mittagspause dann auch noch verlängert werden muss!).

Die Frau meinte ziemlich am Anfang, das würde nun eher schlecht aussehen (mein Herz rutschte mir schon in die Hose, keine Wohnung ! und das 4 Wochen vor Anreise!). Wann ich denn im September anreisen würde!? Nun ja, sagte ich, eigentlich bin ich schon in einem Monat in Metz. Da meinte sie: „Ach, sie studieren hier gar nicht?“. Als ich sie darüber aufklärte, dass ich ein Praktikum machen würde, erinnerte sie sich sofort an meinen Namen (man erinnert sich an mich :-D ). Und dann meinte sie, das hätte dann ja noch Zeit und das wär alles ja gar nicht so schlimm. Was das beim Wohnheim für einen Unterschied macht, ob ich nun ein Praktikum absolviere oder dort studiere, weiß ich nicht, aber es war mir in dem Moment herzlich egal.

Mein Zimmer war gerettet! Ich habe ihr dann vorgeschlagen, Donnerstags persönlich vorbeizukommen. Ich hatte zwar geplant, nochmal dorthin zu fahren, aber eigentlich nicht so bald. Ich dachte jedoch, es mache vielleicht einen besseren Eindruck, wenn ich mich dann so schnell wie möglich um das Zimmer kümmern würde. Von diesem Besuch und weiteren Absurditäten erzähle ich dann in meinem nächsten Artikel!

LG, eure Sarroise

Schock

Habe gesehen, dass ich in nicht mal mehr einem Monat in Frankreich bin. Das schockt mich ein bisschen. Klar, ist Metz nicht weit weg und auch nicht ganz schlimm fremd, aber komisch ist das schon irgendwie. Fühle mich irgendwie nicht vorbereitet. Ich hoffe, dass ich evtl. schon sonntags mein Zimmer beziehen kann sonst gibt das montags nur Chaos und Zeitdruck. Es ist so schon stressig genug, freitags noch an der Uni zu sein und montags schon dort anzufangen. Naja, ich hoffe, das klappt mal alles, wie ich es will. Bis demnächst!!!

LG

Kurzer Zwischenkommentar…

Hallo, ihr habt euch sicher schon gefragt, warum das Design meines Blogs so häufig wechselt. Das liegt an meinen Besuchern, die mit dem vorhergehenden Design nie zufrieden waren. Rot auf Schwarz und auch Blau auf Schwarz würden einen „satanischen“ Eindruck machen (Betreffende Personen sollen das hier bitte nicht falsch auffassen ;-) ). Da ich nicht satanisch bin, ist die Schriftfarbe jetzt geändert. Der Inhalt der Artikel ist jedoch gleich geblieben. Und noch etwas an alle Franzosen und Halbfranzosen, die sicher schon das Zitat ganz oben auf meiner Seite gesehen haben: Ich möchte hiermit betonen, dass das Zitat nicht von mir stammt. Der Urheber ist oben auch genannt. Ein bisschen pieksen wird der Satz schon bei euch Franzosen, aber es ist ja nicht nur Negatives drin. Und ob dieser Satz so stimmt, werde ich hoffentlich in der Grande Nation erfahren und euch dann berichten können. Ein Vorschlag zur Güte: Schaut mal unter www.aphorismen.de unter dem Thema Deutschland nach. Da gibt’s genügend spitzfindige Zitate über mein Land. Das ist eben so. Eine Nation muss sich immer kleine Spötteleien gefallen lassen. Nehmen wir’s mit Humor!!!

LG, eure Sarroise